Für den Umgang mit aggressiven jungen Menschen in
- Jugendhilfe
- Schule
- Justiz
Anbieter:
Deutsches Institut für Konfrontative Pädagogik (IKD) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (ISS), Frankfurt a.M. und dem Zentrum für Praxisentwicklung (ZEPRA) der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.
Beim AAT/CT handelt es sich um eine Behandlungsmaßnahme für aggressive Mehrfachauffällige. Sie basiert auf einem lerntheoretisch - kognitiven Paradigma. Seit 1987 wird das AAT/CT praktiziert, mittlerweile in über 50 deutschen Städten und Gemeinden sowie der Schweiz. Der Begriff ist beim Marken- und Patentamt München geschützt.
Qualitätsstandards
Die berufsbegleitende Zusatzqualifikation berechtigt zur Durchführung von AAT/CTs sowie zur Multiplikatorentätigkeit. Folgende Qualiltätsstandards finden dabei Berücksichtigung:
- Das AAT ist im Bereich tertiärer Prävention bei der Bewährungs- und Jugendgerichtshilfe, beim § 10 JGG und im Strafvollzug anzusiedeln. Behandlung unter Zwang wird als sekundäre Einstiegsmotivation akzeptiert. Das CT orientiert sich im Bereich der sekundären Prävention und setzt in Schule, Streetwork, Jugendhilfe etc. auf Freiwilligkeit.
Zielgruppe: Junge Menschen, die sich gerne und häufig schlagen und Spaß an der Gewalt zeigen. Sie müssen kognitiv und sprachlich dem Programm folgen können.
- Der zeitliche Rahmen umfasst bei einer Trainingsgruppe von 5 TeilnehmerInnen zirka 60 Stunden.
- Die Gruppenleitung umfasst zwei MitarbeiterInnen mit abgeschlossenem Hochschulstudium (Soziale Arbeit, Kriminologie, Psychologie, Pädagogik), davon eine mit qualifizierter Zusatz-ausbildung zum AAT/CT-Trainer, incl. Selbsterfahrung auf dem "heißen Stuhl".
- Der Trainingseinstieg umfasst Motivationsarbeit durch Tätergespräche und z. B. "erlebnispädagogisches Locken" sowie eine spannende, konfrontative Gesprächsführung. Einstiegsziel ist es, die Interventionserlaubnis durch die Betroffenen zu erhalten.
- Trainings- und Ausbildungsinhalte umfassen folgende Eckpfeiler:
Einzelinterviews im Beisein der Gruppe Analyse der Aggressivitätsauslöser
Tatkonfrontation und Provokationstests auf dem "heißen Stuhl"
Opferbriefe, -filme, -aufsätze zur Einmassierung des Opferleids
Distanzierungsbrief an die gewalttätige Clique
- Bei Schlusssequenzen von Konfrontations-Sitzungen gilt es besonders zu beachten: eine Nachbereitung mit den Elementen Entspannung, Distanzierung, Reflektion ist unverzichtbar.
- AAT/CT folgen einem optimistischen Menschenbild: Den Täter mögen, bei gleichzeitiger massiver Ablehnung seiner Gewaltbereitschaft.
Forschungsergebnisse
AAT/CT sind umfassend testpsychologisch und bezüglich der Rückfälligkeit des Behandelten evaluiert:
- Bundesweite testpsychologische Studien (Fragebogen zur Erfassung von Aggressivitätsfaktoren, FAF) aus den Jahren 1989, 1991, 1999 und 2002 belegen einheitlich eine Reduzierung von Aggressivität und Erregbarkeit bei den behandelten Trainingsteilnehmern.
- Eine Rückfalluntersuchung durch das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen von AAT-Behandelten aus dem geschlossenen Strafvollzug für die Zeit von 1987 - 1997 ergibt, dass 63 % nicht wieder gewaltrückfällig wurden und die Hälfte der Rückfälligen deliktschwächer auffiel (vgl. www.prof-jens-weidner.de/link:Forschung )
Veranstaltungsort und Termine
siehe Qualifizierungsstandorte und Termine
Seminarblöcke der Berufsbegleitenden Zusatzausbildung
Die Zusatzausbildung teilt sich in sieben Lehrblöcke:
Block 1:
- Theoretische und praktische Grundlagen des AAT/CT
- Stärken/Schwächen/aggressive Taten
- Filmische Praxis-Beispiele
- Qualitätsstandards
- Der "heiße Stuhl" in der Praxis
- Hausaufgabe: halbstandardisierte Täterinterviews
Block 2:
- Grundlagen der konfrontativen Pädagogik
- Interviewpräsentation
- Das Curriculum: AAT/CT-Inhalte von der ersten bis ca. zwanzigsten Sitzung
- Der "heiße Stuhl": eine praktische Übung
- Hausaufgabe: Institutionsbezogener Konzeptentwurf
Block 3:
- Konzeptvorstellung
- Die 10-Minuten-Präsentation
- Grundlagen der Viktimologie
- Der "heiße Stuhl" in der Praxis: Üben, üben, üben ...
- Hausaufgabe: Erste AAT/CT Umsetzung in die Praxis der TeilnehmerInnen
Block 4:
- Fortsetzung der 10-Minuten-Präsentation
- Das 90-Sekunden-Interview
- Praxisumsetzung: (Miss)erfolge und Feedback
- Der "heiße Stuhl" in der Praxis
Block 5:
- Vertiefung der Curriculumbausteine:
1. Provokationstest
2. Opferbrief
3. Distanzierung von der Clique
- Körperthrill: Aggression am eigenen Leib
- Alltagsübungen
- Der "heiße Stuhl" in der Praxis
Block 6 und Block 7:
nach Abstimmung mit den TeilnehmerInnen der Zusatzausbildung (Defizitkompensation/ Kompetenzerweiterung).





